Das klassische Eckraumbüro hat ausgedient

Digitalisierung, agile Projektmanagementmethoden und Ansätze wie Scrum, Design Thinking, Kanban oder Rapid Prototyping verändern zunehmend die deutsche Bürolandschaft. Viele der am Munich Airport Business Park (MABP) in Hallbergmoos angesiedelten Unternehmen sind Pioniere der Digitalisierung und haben sich als analoge Unternehmen der digitalen Transformation geöffnet und verwirklichen den Arbeitsplatz der Zukunft.

Klassisch hierarchische Strukturen organisieren sich nach Abteilungen. Hier die Produktentwicklung, in den drei Büros links am Eingang das Marketing. Der Vertrieb hat die obere Etage, die Buchhaltung ist im hintersten Eck. So eine Aufteilung kennt wohl jeder aus seinem Berufsleben. Für ein Gespräch bucht man einen Meetingraum, trifft sich in der Küche oder sucht den Ansprechpartner in seinem Büro auf, oft zum Leidwesen des Kollegen im gleichen Raum. Das mag in vielen Unternehmen so funktionieren. Doch lohnt es sich nicht immer, die Arbeitsprozesse und damit auch die Bürostruktur auf den Prüfstand zu stellen? Fakt ist: Die Bürowelt befindet sich in einem radikalen Umbruch. Was nach außen hin vor allem kreativ und flexibel aussieht, ist Ausdruck eines inneren Umdenkens.

Neue Arbeitsorganisationen, Sichtweisen und Büros sind gefragt

Agile Projektmanagementmethoden und Ansätze wie Scrum, Design Thinking und Kanban spielen vor allem in der IT-Welt bereits seit einigen Jahren eine wichtige Rolle, da sie kurze Reaktionszeiten erlauben. Die Mitarbeiter kommen in Netzwerken und interdisziplinären Teams zusammen, die kollaborieren und Entscheidungen an neue Gegebenheiten anpassen oder weiterentwickeln. Das erfordert neue Arbeitsorganisationen, Sichtweisen und Vorstellungen von Büros. Gefragt sind Partner auf Augenhöhe statt Dienstleister-Kunde-Beziehungen. Hierarchien dürfen sich räumlich nicht mehr abbilden und so die Haltung vorgeben. Das klassische Eckraumbüro hat ausgedient. Jeder muss Leader sein. Jeder muss Arbeiter sein. Bestimmte Funktionen sind also nicht mehr an feste Räume gebunden, sondern vielmehr die Tätigkeiten.

Orte, an denen Informationen fließen

Wenn sich Teams schnell zusammenfinden müssen, braucht es zudem Orte im Unternehmen, die ein ungezwungenes Kennenlernen und Onboarding vereinfachen – wie Küchen oder Bars. Auch der informelle Austausch, in dem Informationen fließen, die für agile Projekte wichtig sind, funktioniert an jenen halböffentlichen Plätzen besser, die eigens dafür konzipiert wurden. Wesentlicher Bestandteil von Scrum sind so genannte Sprints und Sprintreviews, an dem Teams ihren Arbeitsstand abgleichen. Dadurch verändert sich die Raum- und Ressourcenplanung. Spezielle Räumlichkeiten für Review-Prozesse müssen von vornherein vorhanden und präsent sein.

 

Bildmaterial © Unsplash

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