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Firmenporträt vermicon AG: Was macht ein Mikrobiom-Forscher eigentlich?

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Mikrobiom Forschung aus Hallbergmoos – Qualitätssicherung im Bierbrauprozess, mikrobiologische Überwachung von Kläranlagen und Unterstützung von Biotherapeutika- und Probiotikaherstellung: Die seit 1997 in der industriellen Mikrobiologie tätige vermicon AG dockt ab März 2022 mit biotechnologischer Expertise und weitreichenden Zukunftsplänen in Hallbergmoos an. In einem Interview erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Jiri Snaidr, was Mikrobiomforschung überhaupt ist und was sie so wichtig macht.

Mikrobiologie aus Hallbergmoos: Dr. Jiri Snaidr ist Vorstandsvorsitzender der vermicon AG (c) vermicon AG

Ihr Unternehmen ist im Gebiet der Mikrobiomforschung tätig. Wie genau lässt sich Ihr Tätigkeitsbereich umschreiben?

Die Mikrobiomforschung ist nur ein Teilbereich unserer Tätigkeiten. Wir sind ebenfalls auf dem Gebiet des Abwassers und im Getränke-Bereich tätig. Die vermicon AG hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Mikroorganismen hochspezifisch direkt am Ort ihres Wirkens nachgewiesen werden können.

Und was heißt das genau?

Wir müssen nicht mehr auf die veraltete Technologie der Kultivierung von Mikroorganismen zurückgreifen! Wir können Bakterien, Hefen, Pilze und Viren am Ort ihres Wirkens identifizieren und quantifizieren. Das hat unglaubliche Vorteile.

Hier wird geforscht! Das Labor der vermicon AG in Hallbergmoos (c) vermicon AG

Wie sieht dann der Teil mit der Mikrobiomforschung aus?

In der Mikrobiomforschung unterstützen wir Unternehmen, die Probiotika oder Live Biotherapeutic Products (LBP) herstellen. Das sind Medikamente, die Bakterien enthalten oder zumindest die mikrobielle Zusammensetzung des Mikrobioms beeinflussen.

Klingt sehr kompliziert!

Das ist es auch. Heruntergebrochen bedeutet das aber, dass die Wirkung dieser Medikamente und der Umfang, in dem das Mikrobiom beeinflusst wird, präziser ermittelt bzw. gemessen werden kann, als mit jeder anderen Methode. Wir können sozusagen spezifisch in das Mikrobiom „hineinsehen“ und sagen, welche Mikroorganismen beeinflusst werden, sich vermehren oder abnehmen.

Eine mikrobiologische Analyse des Standorts also?

So könnte man das sagen. Aber auch im Abwasser können wir mit unserer Technologie zur Verbesserung der Stabilität von biologischen Kläranlagen beitragen.

Was heißt das in der Folge?

Konkret bedeutet das geringere Störfälle und höhere Nachhaltigkeit. Die Effizienz der Anlagen wird gesteigert. Bei gleichzeitig erhöhtem Schutz der Umwelt. Daran arbeiten wir schon seit 1997! Wir sind der Überzeugung, dass in naher Zukunft jede Kläranlage mit dieser „Überwachung der Biologie“ ausgestattet werden wird.

Das klingt ja vielversprechend! Was hat es zuletzt mit dem Bereich Getränke auf sich?

Im Bereich der Getränke helfen wir, diese frei von Kontaminationen zu halten. Das gilt für alkoholfreie wie für alkoholhaltige Getränke. Insbesondere im Land Bayern mit seiner jahrhundertealten Tradition der Braukunst helfen wir mit unseren Verfahren, die Qualität des Biers aufrechtzuerhalten.

Welche Ziele verfolgen Sie in diesem Kontext nun von Hallbergmoos aus?

Wir sind in der Phase des Wachstums. Die Bedeutung der direkten Mikrobiologie, die Mikroorganismen unmittelbar am Ort ihres Wirkens nachweist, wird immer größer. Hallbergmoos ist ein ausgezeichneter Standort, um weltweit Innovationen in der Mikrobiologie voranzutreiben. Wir haben ein extrem motiviertes und kompetentes Team, das sich darauf freut, unsere Vision mit Nachdruck nach vorne zu treiben.

Ein idealer Ort für Wachstum: Die Lounge der vermicon AG im Skygate (c) vermicon AG

Und wir tun alles dafür, dass die Mikrobiom Forschung aus Hallbergmoos erhalten bleibt, Sie ihre Arbeit weiter erledigen können und unser Bier die Qualität hat, die es hat! Wir danken Ihnen für das tolle Interview, Dr. Snaidr!

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Bildmaterial (c) Rock Capital Group, Foto Claus Uhlendorf

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