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Kreillinger Hof: Der Geist in den Maschinen

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Wenn ein gelernter Landmaschinenmechaniker den elterlichen Hof übernimmt, dann wundert es nicht, wenn sein besonderes Augenmerk dem landwirtschaftlichen Fuhrpark gilt. Vor allem, wenn sich dieser im Verlauf von vier Generationen angesammelt hat. Erst vor zwei Jahren hat Markus Kreilinger den Hof seiner Eltern Johann und Rosemarie übernommen. Und mit dem Hof nicht nur eine 23 Hektar große Ackerfläche, sondern auch etliche Maschinen. Zwei der sieben noch im Einsatz befindlichen Traktoren sind echte Oldtimer: Der Älteste, ein Eicher Mammut mit Baujahr 1965, weist sogar in die Großvater-Generation von Kreilinger zurück. „Das ist ein ganz besonderer Bulldog, der von mir gehegt und gepflegt wird“, gibt Kreilinger preis. Der Eicher kommt nicht nur bei der Feldarbeit zum Einsatz: Auch zum Ausfahren nutzt ihn der Landwirt. Vielleicht ja sogar zum Stammtisch der Bayerischen Eicher-Fahrer, dessen Vorsitz Kreilinger innehat.

Johann, Rosmarie und Markus Kreilinger bei der Arbeit im Gewächshaus.

Maschinenliebe

Und das ist längst nicht alles, was Familie Kreilinger an Gerätschaften zur Verfügung steht: Denn hinzu kommen sechs Setzmaschinen, Fräsen und drei Hänger, die von Markus Kreilinger ähnlich liebevoll gepflegt werden, wie die Früchte der Äcker. Als gelernter Landmaschinenmechaniker repariert er die Maschinen nicht nur: Er baut sie gelegentlich komplett auseinander und neu zusammen. Teilweise werden sie gar geschmiert, sandgestrahlt und neu lackiert. Kreilinger: „Es erfüllt mich mit Stolz und ist mir zugleich auch wichtig, mit sauberen und gutaussehenden Gerätschaften zu arbeiten. Selbst unseren Schleppern, die über 20 Jahre alt sind, merkt man ihr Alter nicht an.“ Den International Harvester 433 mit über 15.000 Betriebsstunden hat er im Winter komplett restauriert. Der Schlepper befindet sich noch immer im täglichen Einsatz!

Was es in den heiligen Maschinenhallen nicht gibt, das baut Kreilinger selbst. Etwa Gerätschaften für den Schalottenanbau, auf den er sich spezialisiert hat. Ein Netz- und Folienverlegegerät oder ein Reindünger-Gerät, die er in seiner spärlichen Freizeit entwickelt und selbst gebaut hat – immer dann, wenn nicht gerade das Tagesgeschäft ansteht: „Wir arbeiten elf Monate sieben Tage in der Woche mit vollem Einsatz. Im ruhigeren Januar warten und pflegen wir die Maschinen, experimentieren und tüfteln und bepflanzen unser modernes Gewächshaus.“

Ganzer Stolz: Markus Kreilinger und sein Eicher mit Baujahr 1965.

Vier Generationen Gemüse

In mittlerweile vierter Generation bewirtschaften die Kreilingers den Hof im Garchinger Weg 9 in Hallbergmoos. Angefangen mit Urgroßvater Josef, der die Äcker gepachtet hatte, bevor Sohn Johann sie kaufte und 1956 eine eigene Hofstelle in der Grünecker Straße gründete. Bereits damals haben Johann und seine Frau Maria Münchner Einzelhandelsgeschäfte und Gärtnereien beliefert. Und mit Marianne und Johann Junior zwei Kinder auf die Welt gebracht. Mit seiner Frau Rosmarie bewirtschaftet Johann Junior noch heute den Hof, auf dem er mit Sohn Markus vor allem für Aussaat, Pflege und Ernte der insgesamt 56 Kulturen verantwortlich ist, die hier angebaut werden. Darunter Kartoffeln, Kraut, Karotten, Blumenkohl, Kürbis, Gurken, Salat, Lauch, aber jüngst auch Schalotten, Wassermelonen, Süßkartoffeln und Ingwer. Ein weiter Weg vom nebenerwerblichen Gemüsehandel, wie er zunächst noch von seinen Eltern betrieben wurde hin zum Hauptberuf, in dem man nicht nur als Futterlieferant wichtig ist, sondern auch auf vier Münchner Wochenmärkten. Die Qualitätsware vom Kreilinger Hof ist sehr gefragt. Vor allem in Hinblick auf Frische, Nachhaltigkeit und den Direktvertrieb, auf den Johann und Rosmarie heute noch besonderen Wert legen. Laut Rosmarie muss vor allem die Ware richtig präsentiert werden: „Das ist mir sehr wichtig. Das Auge kauft mit, bevor das Gemüse auf den Teller kommt! Wenn dann die Rückmeldung der Kunden kommt, dass die Qualität gut ist und alles geschmeckt hat, bin ich zufrieden.“ 

Ist der Kunde zufrieden, ist auch Markus Kreilinger zufrieden.

Investitionen in die Zukunft

Erst vor zwei Jahren haben die Kreilingers eine zweite Hofstelle mit Halle errichtet, außerdem ein supermodernes und mit allen technischen Raffinessen ausgestattetes Gewächshaus. Investitionen, die auch im Winter eine stabile Kundenversorgung garantieren sollen. Was das alles für Markus Kreilinger und seine Eltern bedeutet, ist klar: Um drei Uhr morgens beginnt ihr Tag mit der Lieferung und dem Verkauf der eigenen Gemüsesorten zur Großmarkthalle in München und dem Einkauf von Obstsorten, die für den eigenen Markt ins Angebot aufgenommen werden. An Urlaub ist gar nicht zu denken. Damit können die Kreilingers gut leben, solange Produkt und Kundenzufriedenheit stimmen und einer der wichtigsten Wünsche für die Zukunft erfüllt wird: „Dass die Landwirtschaft wieder einen größeren Stellenwert erhält und die Menschen schätzen, was wir leisten, um Ihnen Qualität auf den Teller zu bringen.“

Bildmaterial: © Munich Airport Business Park, Foto Eva Oestereich

Poster © Munich Airport Business Park, picture&more Iris Besemer

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