Der Weber Hof: Gemüse, Kartoffel und landwirtschaftliche Digitalisierung made in Hallbergmoos

Landwirt, Kfz-Mechaniker und neugieriger Tüftler: Christian Weber zeichnen unterschiedliche Qualitäten aus. Vor allem aber, dass er diese in seinem Beruf – der Landwirtschaft – vereint. In vierter Generation betreibt er mit Leidenschaft und Herzblut den Hof der Familie Weber, den er von Vater Rudolf übernommen hat. Obwohl das ursprünglich nicht so geplant war.

Regional und saisonal: Das Produktangebot von Christian Weber umfasst viele Gemüse- und Obstsorten.

Denn: aufgewachsen mit vier Geschwistern auf dem elterlichen Hof hat er ursprünglich eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker gemacht. Eigentlich sollte der ältere Bruder Josef den Hof übernehmen. Nachdem dieser bei einem Autounfall tödlich verunglückt ist, hat Christian den Platz als Hofnachfolger eingenommen. Direkt nach dem Abschluss seines Studiums als staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau.

„Beim Schmied“: Hallberger Landwirtschaft mit Tradition

Der Name des Hofes „Beim Schmied“ stammt von Urgroßvater Nikolaus Weber, der in Hallbergmoos nicht nur einen kleinen Hof, sondern auch eine Schmiede betrieben hat. Nur eine Generation später hatte man sich bereits den Weg nach München gebahnt: Christian Webers Oma Wally ist nach München gegangen, um dort das heimische Gemüse zu verkaufen. Nach kurzer Zeit hatte sie bereits einen festen Platz auf einem der damals neu gegründeten Münchner Wochenmärkte ergattert.

Diese Tradition erhält auch Christian Weber aufrecht: Viermal in der Woche fährt er auf Märkte in der Umgebung. Am Donnerstag verkauft er ab Hof. Dann ist hier auch viel los. Das frische, regionale Gemüse aus eigenem Anbau ist sehr gefragt bei den Kunden. Diese kommen nicht nur aus Hallbergmoos, sondern auch aus der Umgebung.

Tatkräftige Unterstützung erhält Weber indes von seiner Tante Mathilde. Auch führt sie ihm den Haushalt, in dem auch der 80-jährige Vater Rudolf noch lebt. Die 7-jährige Tochter Magdalena ist auch oft zu Besuch – tatkräftige Unterstützung eben. Was also kann sich der junge, engagierte Landwirt denn noch wünschen für die Zukunft? Die Antwort ist klar: „Mein größter Wunsch für die Zeit nach der Corona-Pandemie ist, dass die Verbraucher den Wert regionaler Produkte anerkennen. Dadurch wird die Arbeit der Landwirte geschätzt. Wir tun unser Bestes dafür, die Versorgung mit hochwertigen frischen und gesunden Lebensmitteln sicherzustellen. Es gibt nichts Besseres, als den Gemüsegarten direkt vor der Tür“, sagt Christian Weber.

Braugerste made in Hallbergmoos: Vielfältiges Angebot durch vielfältige Hilfsmittel

Das Produktangebot von Christian Weber ist dabei beachtlich: Kartoffeln, Karotten, verschiedene Salat-, Kohl- und Krautsorten, sowie Tomaten, Gurken, Paprika und Kräuter. „Ohne all meine Traktoren und Maschinen wäre es nicht möglich, ein so großes Repertoire an Gemüse anzubauen, zu pflegen und zu ernten. Wir müssen zwar auch so noch viel per Hand ernten, das macht uns die Arbeit trotzdem um einiges leichter“, erklärt der Landwirt.

Ein riesiges Gewächshaus und 20 Hektar Acker sorgen dafür, dass dem Jungbauern nie langweilig wird.

Leichter ist dabei leicht gesagt. Denn die Maschinen und Motoren müssen gewartet werden. Sechs Traktoren in allen Größen und Fabrikaten stehen auf dem Hof von Weber – einer sogar mit 190 PS. Dazu kommt eine Menge anderer Maschinen, die man zum Einpflanzen, Hacken und Ernten braucht. Die Wartung übernimmt der gelernte Mechaniker natürlich selbst. Es gibt keinen Defekt, den er als gelernter Mechaniker nicht beheben kann.

So steht dem Unterhalt von 20 Hektar Acker und eines großen Gewächshauses nichts mehr im Wege. Im Sommer baut Weber im Gewächshaus Tomaten, Gurken und Paprika an, im Winter und im Frühjahr verschiedene Salatsorten. Und zum ersten Mal sogar auch Braugerste – Made in Hallbergmoos!

Weber: „Seit diesem Jahr steht die Braugerste auf meinem Anbauplan. So können wir die Fruchtfolge weiter ausbauen. Das ist zum einen gut für den Ackerboden und zum anderen haben Krankheiten und Schädlinge auf diese Weise ein schweres Spiel.“

Digitalisierung auf dem Acker: Precision Farming

Lediglich zwischen Weihnachten und März hat Christian Weber Pause. Jeden anderen Tag beginnt sein Arbeitstag um 6 Uhr morgens. In seiner Winterpause aber pflegt er sein großes Hobby: Satellitengestützte Lenksysteme für Traktoren. Diese entwickelt er zusammen mit anderen Landwirten aus der ganzen Welt und baut sie in Eigenregie zusammen. Zwei sind bereits auf dem eigenen Hof im Einsatz, ein drittes bei einem anderen Landwirt.

„Das Precision Farming ist im Kommen! Die Digitalisierung macht auch vor dem Acker nicht halt. Ganz gleich, ob beim Aussäen, Düngen oder Pflegen: Man kann einfach genauer und effizienter damit arbeiten. Durch das Lenken mit einer Genauigkeit von 2 cm des Traktors spart man Betriebsmittel ein. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt. Auf dem Traktor zu sitzen mag leicht erscheinen, doch man muss ständig hoch konzentriert sein und die Maschine, meist hinten, im Blick haben. Nebenbei sollte man auch noch geradeaus fahren. Hier hilft einem das Lenksystem enorm. So steige ich am Abend viel entspannter vom Schlepper“, konstatiert Weber. Der Kauf eines kommerziellen Systems sei für kleinere Betriebe noch zu teuer und unrentabel. Dann lieber selfmade nach Bausatzangaben aus dem Internet: Für den gelernten Mechaniker und Hobby-Tüftler ist das kein Problem. Im Gegenteil, es macht ihm Spaß und auch stolz.

Fotomaterial (c) Munich Airport Business Park, Foto Eva Oestereich

Poster (c) Munich Airport Business Park, picture&more Iris Besemer

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