Wie viel Digitalität steckt in einem Bürogebäude?

Starten wir einen Selbstversuch. Überlegen Sie, an welchen Stellen des Munich Airport Business Parks (MABP) in Hallbergmoos digitale Technik und Daten verwendet werden. Vermutlich fallen Ihnen hierbei zuerst die zahlreichen Digitalunternehmen vor Ort ein. Weniger wahrscheinlich werden Sie dahingegen daran denken, dass Daten auch an unerwarteten Stellen verwendet werden – zum Beispiel in Bürogebäuden. Um Ihnen näher zu bringen, wie viel IT heute in einem modernen Bürohaus steckt, laden wir Sie hiermit auf einen virtuellen Rundgang durch die neue Unternehmenszentrale der Hekuma GmbH ein.

Bei der Hekuma GmbH handelt es sich um einen führenden Anlagenhersteller im Bereich der Hochleistungsautomation von Spritzgießprozessen für die Medizin- und Automobiltechnik sowie die Konsumgüterindustrie. Das Unternehmen beschäftigt rund 180 Arbeitende und agiert mit mehr als 45 Jahren Erfahrung. Als es um den Bau einer neuen Firmenzentrale mit einer Produktionsfläche von 11.0000 Quadratmetern im MABP ging, war klar, dass das Gebäude über die neuesten Features verfügen sollte. Dabei von besonderer Bedeutung ist vor allem Sicherheit, Energieeffizienz und Komfort. Dies kann durch eine zentrale Steuerung der wesentlichen Prozesse gewährleistet werden, sodass die zuständigen Personen im Falle eines Fehlers direkt benachrichtigt werden und den Fehler über das Monitoring-Programm visuell dargestellt bekommen.

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Von Einbruch, über Feuer, bis hin zu Cyber-Attacken: Sicherheit ist wichtigster Faktor

Was kann man denn nun konkret unter einem digitalen Bürogebäude verstehen? Im Bereich der externen IT wird hierbei zum Beispiel eine spezielle Infrastruktur benötigt, um direkt mit dem Hersteller kommunizieren und Clouddienste benutzen zu können. Realisiert wird dies durch eine Internetleitung mit Ausfallsicherheit, also eine zweite Leitung, im besten Fall mit einer zweiten Hauszuführung. Wichtig ist außerdem eine MPLS-Standleitung zum Mutterkonzern, um beispielsweise Software nutzen zu können, die dort im zentralen Rechenzentrum liegt. Die interne IT-Technik hingegen regelt beispielsweise Zutrittsberechtigungen der Mitarbeiter, die nur bestimmte Bereiche wie Montagehallen, Büros oder den Server-Raum betreten dürfen. Nur die Feuerwehr hat Zutritt zu allen Räumen. Des Weiteren wird das Gebäude durch digitale Technik vor Einbruch, Vandalismus oder Beschädigungen, zum Beispiel durch LKW-Verkehr auf dem Gelände oder Feuer, geschützt, konkret durch aktive Überwachungssysteme. In der IT-Infrastruktur sind zudem die gesamte Hardware- und Software-Landschaft sowie alle baulichen Maßnahmen, um bestimmte Komponenten und Software nutzen zu können, enthalten. Auch um das Gebäude mit Strom, Wasser, Gas und Wärme versorgen zu können, wird digitale Technik in Form von fest installierten technischen Anlagen und Maßnahmen eingesetzt.

IT muss bereits vor dem Bau eines modernen Büros berücksichtigt werden

Natürlich ist der Einbau solcher technischen Maßnahmen mit guter Planung verbunden. Es musste beispielsweise bei den Zutrittskontrollen geklärt werden, bei welchen Türen ein Stromkabel nötig ist, um ein Motorschloss ansteuern zu können und bei welchen auch Offline-Beschläge ausreichen. Zudem stellte es eine Herausforderung dar, zu entscheiden, welche Technologie bei der Netzwerktechnik am geeignetsten ist. Für alle Prozesse am wichtigsten: qualifiziertes Personal aus der IT, der Sicherheit, dem Brandschutz und dem Gebäudemanagement sowie erfahrene Hersteller und Lieferanten, die ebenfalls Ressourcen zur Verfügung stellen und Prozesse überwachen.

Destination, Digitalisierungs-Ausgabe

Das Einbauen all dieser Maßnahmen hat natürlich seinen Preis. So kosteten Doppelboden, Klimatisierung, Brandmelde- und Löschanlage, Brandfrüherkennung, Monitoring, Server-Racks, Temperatursensoren sowie Hardware-Serversysteme und Netzwerkkomponenten, also der Bau des Rechenzentrums, knapp 150.000 Euro. Auch mehrere hundert Terabyte Datenvolumen werden für diese riesigen Datenmengen benötigt. Dadurch wird allerdings ein modernes, sicheres, effizientes und komfortables Bürogebäude geschaffen, das allen Beschäftigten einen angenehmen Arbeitsalltag ermöglicht.

 

Bildmaterial © MABP, Fotograf: Quirin Leppert

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