Keep Smiling: Geschäfte im Land der unbegrenzten Freundlichkeit

Hallbergmoos mit dem Munich Airport Business Park zählt mit über 85 Nationen zu den internationalsten Gemeinden Deutschlands – vor allem mit Blick auf die Einwohnerzahl. Die Ländervielfalt zeichnet sich nicht nur zwischen Mitarbeitern und Einwohnern ab, sondern auch im täglichen Business mit Geschäftspartnern. Ob aus einem kleinen Missverständnis im interkulturellen Umgang ein Kniggefehltritt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Damit es gar nicht erst so weit kommt, stellt der Blog Destination Hallbergmoos in einer kleinen Serie die wichtigsten Gepflogenheiten im Umgang mit ausländischen Kollegen, Nachbarn und Geschäftspartnern vor. Today: die USA.

Burger, Beyoncé, Super Bowl: Die Amerikanisierung zieht sich durch Essen, Musik und Medien – und lässt daher viele Menschen glauben, die Vereinigten Staaten durch und durch zu kennen. Aber ist ihr Wissen auch in puncto Knigge auf dem neuesten Stand? Die folgenden Seiten beleuchten wichtige kulturelle Hintergründe und Businessregeln in den USA.

1. Kontaktanbahnung: Fünf Minuten für eine gute Geschäftsbeziehung
So sehr in den USA time gleich money ist – ein fünf- bis zehnminütiger Smalltalk vor dem Geschäft muss sein. Grundsätzlich sind Amerikaner ein sehr abschlussorientiertes Volk. Aber: Amerikaner lieben die Plauderei vor dem Meeting und beim Kennenlernen. Mit einem obligatorischen „Nice to meet you“ und typischen Themen wie Sport und Hobbys liegen Sie immer richtig.

2. Begrüßung und Anrede: Leistungen hervorheben
Amerikanische Geschäftsleute begrüßen einander mit einem kurzen festen Händedruck und blicken einander in die Augen. Falls Sie mit „How do you do?“ oder „How are you?“ begrüßt werden, antworten Sie nur „Fine “ oder „Very well, thank you.“ – und spielen die Frage zu-rück. Nach der Vorstellung sprechen sich amerikanische Geschäftsleute meist mit dem Vor-namen an. Bitte bedenken Sie: Es handelt sich dabei nicht um eine Form der Vertrautheit. Sich mit dem Vornamen anzusprechen, entspricht einfach der Normalität.

3. Kommunikation und Sprache: Nicht alles ist so gemeint, wie es gesagt wird
Amerikaner kommunizieren hauptsächlich zwischen den Zeilen. Während es in Deutschland gang und gäbe ist Fehler direkt anzusprechen, wird in den USA zuerst alles Positive hervorgehoben und dann über Verbesserungen gesprochen. Auf amerikanischem (und auch englischem) Parkett geraten Manager aus Deutschland aber ebenso oft ins Schlingern, weil sie mit falschen Wörtern hantieren. Nachfolgend die häufigsten „false friends“, damit Sie Ihren Vorgesetzten nicht zum Küchenchef degradieren oder in Meetings erzählen, Sie seien verlobt.

Falscher Freund Angenommene Bedeutung Tatsächliche Bedeutung Richtige Übersetzung
chef Chef Küchenchef boss
engaged engagiert verlobt, besetzt (Telefon, WC) committed
concern Konzern Anliegen corporate group
handy Mobiltelefon nützlich, brauchbar cellphone
personal Personal persönlich staff, personnel
eventually eventuell schließlich, endlich maybe

 

4. Geschäftskultur: Flexibilität bei Meetings
Die Kommunikation in einer Verhandlung zwischen Amerikanern kann mit einem Tennisspiel verglichen werden. Der Ball wird stets gleich zurückgeschlagen. Wer mit Amerikanern spricht, sollte demnach auf lange Pausen verzichten. In den USA ist es außerdem wichtig, flexibel zu sein. In Verhandlungen wird das bearbeitet, was gerade im Moment wichtig erscheint und nicht zwangsläufig die Agenda befolgt. Unter Umständen werden erst viele Ansätze ausprobiert, bevor man schließlich zur Lösung kommt. Diese Einstellung zieht sich durch die gesamte Geschäftskultur und unterscheidet die Amerikaner grundlegend von den Deutschen.

5. Tischkultur: Europa exportieren
Ein Hauptfehler, den Deutsche in amerikanischen (und auch deutschen) Restaurants am ehesten begehen: Sie nehmen unaufgefordert Platz. In den USA ist es üblich, am Eingang zu warten, bis einen ein Restaurantangestellter zu einem Tisch führt. Sie sollten in den USA wie gewohnt essen, mit beiden Händen, den Armen eng am Körper und den Ellenbogen in der Luft. Amerikaner empfinden diese Tischkultur als sehr ästhetisch. Wenn man eine Stoffserviette benutzt hat, so wird diese nicht neben den Teller gelegt, sondern beim Verlassen des Restaurants auf den Stuhl.

6. Dresscode: Mehr ist mehr
Als einfache Regel gilt wie überall auf der Welt: Mehr ist mehr. Wagen Sie keine Experimente mit einem zu luftigen Kleidungsstil. Besonders Frauen können in den USA schnell daneben liegen. Mit einem seriösen Hosenanzug oder Kostüm in zurückhaltenden Farben kleiden Sie sich im Business angemessen. Männer treten mit dem Smart Business-Suit amerikanischen Mitarbeitern und Geschäftspartnern angemessen gegenüber. Darunter verstanden wird ein dunkler Anzug sowie eine Krawatte.

Hintergrundinfos: USA Business Facts
Nominales Bruttoinlandsprodukt 2017: 19.390 Mrd. USD
Die größten Unternehmen: Walmart, Berkshire Hathaway, Apple
Top 3 Handelspartner Export: Kanada, Mexiko, China
Top 3 Handelspartner Import: China, Mexiko, Kanada
Die wichtigsten Branchen: Banken-, Versicherungs- und Immobiliengeschäft

Bildmaterial © Unsplash, rawpixel

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