Die Kunst Beton lebendig zu machen: Die Alltagsmenschen in Hallbergmoos

Tonnenschwer und doch von großer Leichtigkeit. Ob das „Berliner Paar“ auf der Verkehrsinsel am Ortseingang, die drei Sonnenanbeter im Goldachpark oder die Familie, die sich im Sport- und Freizeitpark eine Abkühlung unter der Dusche verschafft: Die Alltagsmenschen weckten während ihrer öffentlichen Ausstellung die Sympathien der Hallbergmooser. Es sind die kleinen Momente des Alltags, die Christel Lechner in ihren Skulpturen verbildlicht, denn: „Gelebtes Leben ist die menschlichste Form der Schönheit“, sagt die Künstlerin, die für ihre Arbeiten viele positive Zuschriften erhalten hat.

Mit Koffer, Regenschirm, Schwimmreifen, Fernglas oder Sommeroutfit machten es sich die freundlich anmutenden Figuren im ganzen Ort gemütlich. Insgesamt 20 Alltagsmenschen schmückten Hallbergmoos von Juli bis Oktober und machten die Gemeinde an vielen Plätzen zu einem lebendigen Treff für Jung und Alt. Allein oder in geselligen Gruppen, gemütlich auf Stühlen sitzend oder in Aktion: Allesamt fanden sie großen Anklang bei den Einwohnern der Gemeinde – als Fotomotiv und Gesprächsstoff. Gerade weil die Skulpturen sich so authentisch in das Stadtbild integrieren und nicht immer den gängigen Schönheitsidealen entsprechen, zaubern sie ihren Beobachtern ein Lächeln in die Gesichter.

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Das aufsehenerregende Kunstprojekt stellt laut Lechner einen Spiegel zu den Menschen dar, die sie selbst beobachtet. Individuell konzipiert, ungeschönt und bis zu 2,50 Meter groß begegnen die Alltagsmenschen den Leuten dort, wo sie einkaufen, arbeiten oder ihre Freizeit genießen. Das Besondere daran: Modelliert werden die Skulpturen aus Beton. Zusammen mit einem ganzen Team konzipiert, formt und schleift die Wittenerin ihre Arbeiten in die endgültige Form. Danach werden sie farbig beschichtet und sind letztendlich sowohl stand- als auch wetterfest.

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So haben die Alltagsmenschen schon die gesamte Republik bereist und waren darüber hinaus schon in Frankreich, Italien, Amerika und den Niederlanden zu Gast. Für Christel Lechner war es eine Herzensangelegenheit, sie nach Hallbergmoos zu bringen, da sie sich dem Süden Deutschlands immer noch verbunden fühlt. Von 1978 bis 1982 absolvierte sie in Landshut eine Ausbildung zur Keramikmeisterin. Seit nunmehr 30 Jahren verfolgt die Künstlerin ihren Traum und stellt ihre Werke seit 2000 im öffentlichen Raum aus. Dem Alltag ganz nah.

Bildmaterial © Gemeinde Hallbergmoos

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